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DRK-Kreisverband
Herzogtum Lauenburg e.V.
Röpersberg 10
23909 Ratzeburg

Telefon 04541/8644-0
Telefax 04541/8644-20

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Entstehung

Seit den 1990iger Jahren entwickelte sich zunehmend das Eingeständnis, dass zwischen dem hauptamtlichen Rettungsdienst für den täglichen "normalen" Notfall einerseits und dem Katastrophenschutz mit seinen Einheiten zu Abwehr größter Schadenslagen - primär noch ausgerichtet auf den Verteidigungsfall - andererseits eine Große Lücke in der Gefahrenabwehr klaffte.

Der Rettungsdienst war und ist professionell ausgebildet und technisch hervorragend ausgestattet, gerade in ländlichen Kreisen aber besteht ein Defizit zwischen der Zahl der vorgehaltenen Rettungsmittel und der Fläche des Raumes. Die gesetzlichen Vorgaben werden natürlich erfüllt, aber was geschieht bei einem Massenanfall von Verletzten?

Der Katastrophenschutz seinerseits bestand überwiegend aus hochmotivierten ehrenamtlichen Helfern mit mehr oder weniger veraltetem Material, die in diesem Zusammenhang auch noch Ausrückzeiten von vier bis sechs Stunden (!) vorzuweisen hatten. Vielleicht ausreichend für den zunehmenden Spannungsfall, waren und sind derartige Zeiten in der Versorgung von Verletzten nach einem größeren Unglück absolut indiskutabel.

Immer mehr Hilfsorganisationen entwickelten daher Konzepte für eine auf ehrenamtlichen Helfern basierende Schnelleinsatzgruppe, die im Bedarfsfall innerhalb von maximal 30 Minuten den Rettungsdienst qualifiziert in der Bewältigung von Schadenslagen unterhalb der Katastrophenschwelle unterstützen kann - und so gestaltete sich die Entwicklug auch im Kreis Herzogtum Lauenburg.

Den ersten größeren Einsatz bewältigt die SEG Herzogtum Lauenburg zusammen mit dem Rettungsdienst, den Feuerwehren und der Polizei im Sommer 1999 bei einem schweren Verkehrsunfall auf der BAB 24 mit 12 Verletzten und einem Toten.

Die SEG-Rettungsdienst im Kreis Herzogtum Lauenburg besteht aus den folgenden Vertragspartnern:

  • DRK-Ortsverein Büchen
  • DRK-Ortsverein Schwarzenbek
  • DLRG Lauenburg

Behandlungsplatz 25

Im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft 2006 und der Zeit nach 9/11 wurden diverse Konzepte für die Abarbeitung eines Massenanfalls von Verletzten entwickelt. Wichtiger Bestandteil einer solchen Lage ist der Betrieb eines Behandlungsplatzes, der eine Pufferfunktion zwischen Schadensort und weiterversorgenden Krankenhäusern bildet. An einem Behandlungsplatz werden Patienten nach den Regeln der Notfallmedizin stabilisiert, behandelt und überwacht, bis sie mit einem geeigneten Rettungsmittel in ein geeignetes Krankenhaus transportiert werden können. In alten Zeiten hätte man auch "Feldlazarett" gesagt. 

Die SEG-Vertragspartner haben unter Berücksichtigung bundesweiter Konzepte und der eigenen personellen wie materiellen Mittel einen Behandlungsplatz 25 entwickelt. Das gesamte Material befindet sich auf dem Gerätewagen Sanität sowie dem Geräteanhänger Betreuung. Zusammen erstellen diese beiden Fahrzeuge autark den Behandlungsplatz, werden aber im Regelfall durch den RTW und die zwei KTW unterstützt, die in diesem Fall nicht mehr als Transportmittel, sondern als einzelne Behandlungsräume fungieren. 

Prototyp eines Behandlungsplatzes ist der aus einem aufblasbaren Zelt aufgebaute, bevorzugt werden aber feste Unterkünfte wie Sport- oder Lagerhallen, die über Heizungen, Strom, Wasser etc. verfügen.